Warum es kustik gibt – und was das mit *mir* zu tun hat
Gute Gespräche sind mir wichtig.
Nicht Small Talk, sondern echte, aufmerksame Gespräche. Solche, bei denen man einander versteht – nicht nur akustisch, sondern menschlich.
Aber ich bin hochgradig schwerhörig. Seit Geburt.
Eigentlich habe ich keine Ahnung, was Hören bedeutet. Ich kenne kein Stereo. Ich kann nicht erkennen, aus welcher Richtung meine Kinder mich rufen. Ich erkenne die Stimme der Anrufer nicht. Ich weiss nicht, wie die Vögel im Frühling zwitschern. Ein Theater kann ich nur sehen. Das Radio auch.
Ich höre nur explizit. Face-to-Face. Mit voller Aufmerksamkeit und Hörgerät. Und auch dann nur mit einem Ohr und das mit über 60% Verlust.
Mein Audiogramm: Hörverlust 100% links und 68% rechts
Viele sind überrascht, wenn ich sage, dass ich meine Schwerhörigkeit doch auch schätze. Denn sie hat mir etwas gegeben, das ich nicht eintauschen möchte: Sie hat mich gelehrt, mit meinen Augen und meinem Verstand zu verstehen. Denn ich kann meinen Ohren nicht trauen.
Deshalb sehe ich, was viele übersehen.
Wie sich jemand bewegt. Wie er schaut, sitzt, steht. Gelassenheit, Anspannung, Müdigkeit. Ich sehe, wie Menschen auf Räume reagieren – oft, bevor sie es selbst merken.
Als Schwerhöriger waren mir gute Räume schon immer wichtig.
Mit 16 habe ich meine unternehmerische Tätigkeit begonnen. Mit 21 hatte ich mein erstes eigenes Büro und Mitarbeitende. Bis heute habe ich neun Unternehmen gegründet – kustik ist das neunte.
Ich habe viele Arbeitsräume eingerichtet. Ich kenne die Fragen: Standort, Licht, Budget, Mietdauer. Und ich kenne die Enttäuschung, wenn Räume zwar funktionieren, aber nicht wirken.
Natürlich war Akustik für mich immer ein Thema. Aber schwer lösbar.
Bis ich 2019 in Amsterdam war. Ich wollte neue Büros für unsere Firma foryouandyourcustomers beurteilen. Ich besichtigte vier Gebäude von drei Mietern. Alles grosse, leere Räume – und alle akustisch hervorragend.
Ich war überrascht. Ich sah: Es lag an der Decke. Eine flockige, matte Oberfläche, ruhig, unauffällig – aber wirksam.
So lernte ich das Unternehmen Acosorb kennen und seinen Gründer Caspar ter Bille. Und ich wusste: Diese Lösung fehlt in der Schweiz.
2021 fand ich meinen neuen Arbeitsraum – gute Lage, gutes Potenzial, akustisch katastrophal. Mit der hochabsorbierenden Decke von Acosorb wurde daraus ein Raum, in dem ich arbeiten, sprechen, zuhören konnte.
Und: Ich verstand die Menschen. Ich sah, wie wohl sie sich fühlten. Ich wusste: Das funktioniert.
2023 baute ich mein eigenes Zuhause – natürlich auch mit Zellulose-Akustikdecke. Und ich suchte einen Anbieter in der Schweiz. Es gab keinen.
Also startete ich mit zwei Freunden das Unternehmen kustik in Partnerschaft mit Acosorb, mit folgender Haltung:
Räume sollten Gespräche ermöglichen. Unser Unternehmen auch.
Räume sollten zuerst für Menschen gebaut werden – nicht primär für Rendite. Unser Unternehmen genauso.
kustik ist keine Geschäftsidee, sondern eine Konsequenz.
Gute Räume entstehen, weil die Beteiligten es wollen. Gute Gespräche ebenso.
Heute ist kustik 500 Tage alt und gedeiht sehr gut.
Ich danke dem Team, den Auftraggebern und den vielen Freunden wie Kollegen auf und neben der Baustelle für die tolle Zusammenarbeit. Danke auch für die vielen guten Gespräche – es macht Freude!
Impulse für gute Gespräche:
Wie verändert sich dein Verhalten, wenn Du gehört wirst?
Wie zeigst du, dass du jemanden verstehst?
Was bedeutet für dich gelungenes Arbeiten?
Diese Fragen sind inspiriert von Persönlichkeiten aus Architektur, Akustik, Nachhaltigkeit, Kunst und Philosophie und stammen aus unserem Kartenset „100 gute Fragen für 200 gute Gespräche”.

